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Zugriffsrechte sind zentral, wenn mehrere Personen mit sensiblen Daten arbeiten. Ein gezieltes Berechtigungsmanagement stellt sicher, dass alle relevanten Informationen geschützt bleiben und nur dort Anpassungen möglich sind, wo sie notwendig sind. Statt pauschal allen Mitarbeitenden umfassende Zugriffe zu gewähren, sollten Sie konsequent auf Berechtigungsebenen setzen und den Grundsatz der minimalen Rechte befolgen. So gewährleisten Sie den Schutz Ihrer Daten und stellen gleichzeitig einen reibungslosen Ablauf Ihrer Prozesse sicher.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ohne passende Zugriffsrechte können Mitarbeitende ihre Aufgaben nicht zuverlässig ausführen. Das führt zu Mehraufwand und Fehlern, während zu weitreichende Rechte datenschutzrechtlich unzulässig sind.
  • Durch ein strukturiertes Berechtigungskonzept lassen sich Zugriffsrechte auch grossen und wechselnden Personengruppen automatisch, konsistent und fehlerfrei zuweisen.
  • Es existieren verschiedene Modelle zur Zugriffssteuerung, doch eines davon eignet sich für die meisten Unternehmen besonders gut.
  • Die häufigsten Probleme entstehen, wenn Unternehmen die Zugriffsrechte ohne ein klar definiertes Berechtigungskonzepte vergeben.

Wo kommen Berechtigungskonzepte überall zum Einsatz?

Ein weit verbreitetes Missverständnis ist, dass Zugriffsrechte nur bei der File-Ablage relevant sind. In der modernen IT spielen Berechtigungen jedoch in nahezu allen Bereichen eine zentrale Rolle. Ein durchdachtes Berechtigungskonzept zieht sich deshalb wie ein roter Faden durch die gesamte Systemlandschaft.

  • Dateisysteme und Speicherlösungen gehören zu den klassischen Einsatzgebieten. Ordner, Dateien, Netzlaufwerke und Cloud-Speicher wie Nextcloud, OneDrive oder, SharePoint müssen mit Berechtigungskonzepten geschützt werden. Auch Datenbanken erfordern klare Regeln, damit nur autorisierte Personen sensible Informationen einsehen oder bearbeiten können.
  • Netzwerke und Infrastruktur benötigen ebenfalls präzise Zugriffssteuerung. Dazu zählen Firewall-Regeln, VLANs, VPN-Verbindungen, WLAN-Zugänge sowie Verzeichnisdienste wie Active Directory oder LDAP. Diese Systeme bilden die Basis für sämtliche Sicherheits- und Zugriffskontrollen im Unternehmen.
  • Benutzer- und Identitätsmanagement ist das Fundament jeder Berechtigungslogik. Rollen, Gruppenrichtlinien, Single Sign-On (SSO), Identity Provider (Azure AD, Okta, Keycloak) und Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) sorgen dafür, dass Zugriffe konsistent über alle Systeme hinweg gesteuert werden.
  • Geschäftsanwendungen und Software wie ERP-, CRM- oder HR-Systeme benötigen ein präzis abgestimmtes Berechtigungskonzept. So erhält jeder Mitarbeitende genau die Rechte, die er für seine Arbeit benötigt.
  • Cloud- und DevOps-Umgebungen stellen besondere Anforderungen. Plattformen wie AWS (IAM), Azure (RBAC) oder Google Cloud sowie Container- (Docker, Kubernetes RBAC) und Pipeline-Systeme (GitLab, GitHub Actions, Jenkins) verfügen über komplexe Berechtigungsmodelle, die sicherstellen, dass nur berechtigte Personen Deployments durchführen oder produktive Umgebungen verändern können.
  • Sicherheit und Monitoring verwalten hochsensible Informationen. SIEM-Systeme (Security Information and Event Management), Endpoint-Management sowie Logdaten müssen so geschützt sein, dass ausschliesslich befugte Personen Zugriff erhalten.
  • Physische und hybride Systeme dürfen nicht übersehen werden. Der Zugriff auf Serverräume, Smartcards, virtuelle Maschinen (Hyper-V, VMware, Proxmox), oder IoT-/OT-Geräte erfordern ebenfalls klare Zugriffsregeln, um kritische Infrastruktur zu schützen.
  • Entwickler- und Kollaborationstools wie Code-Repositories, Dokumentenmanagement-Systeme und Kommunikationsplattformen funktionieren nur zuverlässig, wenn definiert ist, wer Code freigeben, Dokumentationen bearbeiten oder Kommunikationskanäle verwalten darf.
Berechtigungen spielen in der modernen IT in nahezu allen Bereichen eine zentrale Rolle

Darum sind Zugriffsrechte und Berechtigungskonzepte wichtig

Arbeiten mehrere Personen in einem Unternehmen gemeinsam an Projekten, einer Dateiablage oder in einem System wie einem ERP, müssen Zugriffsrechte und Berechtigungen eindeutig geregelt sind. Anderenfalls besteht das Risiko, dass vertrauliche Dokumente falsche Hände geraten, Benutzerkonten gelöscht werden oder Administratorenrechte an nicht Befugte vergeben werden. Mitarbeitende sollten genau auf jene Informationen zugreifen können, die sie für ihre Aufgabe benötigen.

Ein Berechtigungskonzept legt die Zugriffsrechte für ganze Personengruppen zentral fest. Das hat einen Vorteil: Sie können Zugriffsrechte für ganze Personengruppen verwalten und einzelne Mitarbeitende von Anfang an mit den richtigen Rechten ausstatten. Dies wäre manuell zu pflegen zeitaufwändig und fehlerfällig. Ein strukturiertes Berechtigungskonzept spart Zeit, reduziert Sicherheitsrisiken und unterstützt die Einhaltung von Compliance-Vorgaben.

Zugriffsrechte unterscheiden sich je nach Rolle und Mitarbeitendem

Das macht Berechtigungskonzepte aus

Ein wirksames Berechtigungskonzept vereint mehrere zentrale Punkte:

  • Vertraulichkeit: Zugriff erhalten nur Personen, die dazu berechtigt sind. Unbefugte Zugriffe werden durch das Konzept systematisch verhindert, sodass vertrauliche Informationen geschützt bleiben.
  • Integrität: Änderungen an Daten dürfen nur Personen mit den entsprechenden Rechten vornehmen. Dies verhindert unbeabsichtigte oder böswillige Manipulation und stellt sicher, dass kritische Informationen korrekt bleiben.
  • Verfügbarkeit: Berechtigte Nutzer können jederzeit auf die Ressourcen zugreifen, die sie benötigen. Das Berechtigungskonzept sorgt dafür, dass autorisierte Zugriffe reibungslos funktionieren.
  • Nachverfolgbarkeit: Eine zentrale Dokumentation aller relevanten Systeme und Änderungen zeigt transparent auf, wer welche Daten wann eingesehen oder verändert hat. Diese Audit-Trails sind essenziell für Compliance und helfen, Sicherheitsvorfälle zu untersuchen und zu verstehen.

Ein Berechtigungskonzept ist somit weit mehr als eine technische Notwendigkeit. Es bildet eine wichtige Grundlage für Sicherheit, Effizienz und Vertrauen in Ihrem Unternehmen.

RBAC, ABAC, DAC und MAC: Arten der Zugriffssteuerung

Es gibt mehrere Modelle der Zugriffssteuerung. Am häufigsten setzen Unternehmen auf die sogenannte rollenbasierte Zugriffskontrolle (Role-Based Access Control, RBAC):

  • Im Unternehmen und in Teams werden Aufgabenbereiche bestimmten Rollen zugeordnet.
  • Diesen Rollen werden die benötigten Berechtigungen zugewiesen.
  • Mitarbeitende können je nach Funktion mehrere Rollen zugeordnet sein und erhalten damit genau jene Zugriffsrechte, die sie für die Bearbeitung ihrer Aufgaben benötigt.

Vor- und Nachteile sind in nachfolgender Tabelle zu finden.

 BeschreibungVorteileNachteileEinsatzbereich
RBAC (Role-Based Access Control)Berechtigungen werden Rollen zugewiesen; Personen erhalten Rechte über die ihnen zugeordneten Rollen.Sehr effizient, leicht zu verwalten, ideal für Unternehmen mit klaren Rollenbildern.Weniger flexibel bei Sonderfällen, wenn viele Ausnahmen nötig sind.Mittelgrosse und grosse Unternehmen, Standard-IT-Landschaften, HR/CRM/ERP.
ABAC (Attribute-Based Access Control)Zugriffe basieren auf Attributen wie Abtei-lung, Standort, Uhrzeit, Sensitivität.Hochflexibel, dynamisch, gut automatisierbar.Komplexer in der Umsetzung und Pflege.Grosse Organisationen, Zero-Trust-Architekturen, Cloud-Umgebungen.
DAC (Discretionary Access Control)Der Eigentümer einer Ressource bestimmt, wer Zugriff erhält.Einfach verständlich, schnell einsetzbar.Unübersichtlich bei vielen Nutzern, erhöhtes Risiko inkonsistenter Berechtigungen.Kleine Teams, einfache Dateiablagen, weniger regulierte Umgebungen.
MAC (Mandatory Access Control)Sicherheitsstufen werden zentral festgelegt und können nicht durch Benutzer geändert werden.Sehr hohe Sicherheit, strenge Kontrolle, ideal für sensitive Daten.Unflexibel, hoher administrativer Aufwand.Militär, Geheimdienste, hochregulierte Branchen (z. B. Healthcare, Finance).

5 Tipps für wirksame Berechtigungskonzepte: Das sollten sie umfassen

Damit Sie die Berechtigungen in Ihrem Unternehmen konsistent und fehlerfrei vergeben können, braucht es ein gut strukturiertes Berechtigungskonzept. Dafür sind mehrere Punkte wichtig:

  1. Beschreiben Sie zunächst die verschiedenen Rollen und die damit einhergehenden Verantwortlichkeiten.
  2. Stellen Sie Regeln für die Vergabe, die Änderung und die Entziehung der Rechte auf.
  3. Erarbeiten Sie ein Verfahren zur regelmässigen Überprüfung der Berechtigungen.
  4. Definieren Sie klare Vorgaben für die Protokollierung und die Dokumentation.
  5. Stellen Sie Regeln für externe Benutzer auf, zu denen etwa Partner oder Dienstleister gehören.

Das ist nur ein kurzer Überblick – wie Sie ein Berechtigungskonzept (Role-Based Access Control) in der Praxis erstellen, erfahren Sie in unserer Anleitung.

Die häufigsten Fehler rund um Zugriffsrechte

Bei der Vergabe von Zugriffsrechten treten immer wieder typische Fehler auf:

  1. Fehlende Protokollierung: Es lassen sich nur dann Abläufe nachvollziehen, wenn Sie wichtige Vorgänge protokolliert und dokumentiert werden. Das gilt etwa für das Ein- und Ausloggen, die Veränderung der Zugriffsrechte, Änderungen an Datenbanken und Dateien samt Datum und Identität der arbeitenden Person sowie den Inhalt des geänderten Datensatzes. Ausnahmen bilden besonders sensible Daten, hier wird in der Regel nur die Feldbezeichnung erfasst.
  2. Rechtevergabe ohne Berechtigungskonzept: Wer Zugriffsrechte ohne Berechtigungskonzept vergibt, öffnet Fehlern Tür und Tor. Es kann leicht passieren, dass Sie Mitarbeitenden zu viele Rechte einräumen und diese Datensätze fehlerhaft bearbeiten. Zudem kann es sein, dass bestimmte Zugriffsrechte versehentlich nicht erteilt werden, sodass die betreffenden Mitarbeitenden erst darum bitten müssen, was die Arbeit verzögert.
  3. Versäumte Aktualisierung nach Mitarbeiterwechsel: Bei manuell vergeben Zugriffsrechten kann es sein, dass Sie vergessen, den scheidenden Angestellten die Rechte zu entziehen und sie den Nachrückern zu geben. Erstere haben dann Rechte, die sie nicht mehr haben dürfen, während Letztere nicht ordentlich arbeiten können.
  4. Zu weit gefasste Zugriffsrechte: Es ist anspruchsvoll, im Detail festzulegen, wer welche Berechtigungen benötigt. Trotzdem sollten Sie nicht allen Mitarbeitenden uneingeschränkte Zugriffe gewähren. Das führt zu unnötigen Risiken, begünstigt Fehler und ist nicht konform mit Datenschutzvorgaben.

Fazit: Zugriffsrechte gehören in ein Berechtigungskonzept

Zugriffsrechte sollten in jedem Unternehmen ausschliesslich auf Basis eines Berechtigungskonzepts vergeben werden. Eine strukturierte Vorgehensweise schützt sensible Daten, reduziert Fehler und sorgt für nachvollziehbare, konsistente Prozesse.

Unterstützung bietet Ihnen dabei die Lösung «Identitäts- und Zugriffsmanagement» von Open Circle. Sie erhöht die Sicherheit, minimiert die Fehleranfälligkeit und vereinfachen die die gesamte Verwaltung von Benutzerrechten.

Mit unserer Lösung gelingt rechtssicheres Arbeiten deutlich einfacher, und Sie gewinnen wertvolle Zeit für Aufgaben, die Ihrem Unternehmen echte Wertschöpfung bringt.

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