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Sicherheit gehört zu den meistdiskutierten Themen in der IT. Besonders bei strategischen Systemen taucht immer wieder dieselbe Frage auf: Ist Closed Source Software sicherer als Open Source?

Die kurze Antwort: Nein.

Open Source ist nicht per se unsicherer als Closed Source. Richtig eingesetzt ist Open Source mindestens genauso sicher, oft sogar transparenter und besser kontrollierbar.

Dieser Blog-Artikel ordnet verbreitete Sicherheitsannahmen ein und zeigt, warum Open Source und Sicherheit kein Widerspruch sind.

Ein häufiger Denkfehler: Geheimhaltung = Sicherheit

Ein verbreitetes Sicherheitsverständnis lautet:

„Wenn niemand den Code sieht, kann ihn auch niemand angreifen.“

Dieses Prinzip wird als Security through Obscurity bezeichnet. Es wirkt auf den ersten Blick logisch, ist in der Praxis jedoch problematisch:

  • Angreifer analysieren Software nicht über den Quellcode, sondern über Laufzeit, Netzwerkverhalten und Schnittstellen
  • Sicherheitslücken entstehen oft durch Fehlkonfigurationen oder Designfehler
  • Nutzer müssen bei Closed Source dem Hersteller vertrauen, ohne selbst prüfen zu können

Reine Geheimhaltung schützt nicht vor Angriffen. Sie reduziert lediglich die Transparenz für Betreiber und Kunden.

Open Source: Transparenz als Sicherheitsfaktor

Open Source Software verfolgt einen anderen Ansatz: Der Code ist offen einsehbar (nicht zu verwechseln mit den Anwenderdaten), prüfbar und auditierbar.
Was oft als Risiko wahrgenommen wird, ist in Wahrheit eine Stärke.

Vorteile der Offenheit

  • Viele Augen sehen mehr
    Sicherheitslücken werden schneller entdeckt, weil Entwickler, Security-Experten und Organisationen den Code analysieren können.
  • Nachvollziehbarkeit
    Es ist sichtbar, was eine Software wirklich tut:
    keine versteckten Funktionen, keine stillen Datenabflüsse, keine Hintertüren.
  • Unabhängige Audits
    Sicherheitsprüfungen sind möglich, ohne vom Hersteller oder Marketingaussagen abhängig zu sein.
  • Schnellere Reaktionsfähigkeit
    Kritische Fixes können zeitnah entwickelt und ausgerollt werden, auch unabhängig vom ursprünglichen Anbieter.

Transparenz schafft Kontrolle und Kontrolle ist eine Grundvoraussetzung für Sicherheit.

Weitere Vorteile von Open-Source-Software finden Sie in unserem Blog-Artikel Was ist Open-Source-Software und welche Vorteile hat sie.

Offener Quellcode
Offener Code, der einsehbar ist und analysiert werden kann

Closed Source: Vertrauen statt Kontrolle

Closed Source Software kann sicher sein, basiert jedoch strukturell auf Vertrauen:

  • Vertrauen in den Hersteller
  • Vertrauen in interne Sicherheitsprozesse
  • Vertrauen in Patch-Zyklen und Prioritäten
  • Vertrauen, dass keine ungewollten Zugriffe existieren

Der Nutzer kann diese Annahmen in der Regel nicht selbst verifizieren.
Sicherheit bleibt eine Blackbox.

Besonders kritisch wird dies, wenn:

  • Hersteller in anderen Rechtsräumen operieren
  • gesetzliche Zugriffsverpflichtungen bestehen
  • Support oder Weiterentwicklung eingestellt wird

Die Abhängigkeit wird dann selbst zum Sicherheitsrisiko.

Sicherheit ist ein Prozess, kein Lizenzmodell

Ein zentraler Punkt wird oft übersehen:

„Nicht Open oder Closed Source macht ein System sicher, sondern der Betrieb.“

Sicherheit hängt ab von:

  • sauberer IT-Architektur
  • konsequentem Patch-Management
  • regelmässigen Audits und Pentests
  • minimalen Berechtigungen
  • klaren Backup- und Recovery-Konzepten
  • Monitoring und Logging
  • Security-Awareness der Benutzer

Ein schlecht betriebenes Open-Source-System ist unsicher.
Ein ungepflegtes Closed-Source-System ebenso.

Open Source bietet jedoch einen Vorteil: Risiken und Abhängigkeiten sind sichtbar und aktiv gestaltbar.

Regelmässige Audits und Pentests durch IT-Experten machen ein System sicher

Open Source im regulierten Umfeld

In regulierten Bereichen wie Gesundheitssektor, Finanzwesen oder kritischer Infrastruktur spielt Nachvollziehbarkeit eine zentrale Rolle.

Open Source unterstützt dies durch:

  • dokumentierbare Sicherheitsmechanismen
  • nachvollziehbare kryptografische Verfahren
  • transparente Update- und Patch-Historie
  • klare Trennung zwischen Software und Betrieb

Das vereinfacht Audits, Risikoanalysen und Compliance signifikant.

Digitale Souveränität als Teil von Sicherheit

Sicherheit ist nicht nur technisch, sondern auch strategisch.

Open Source ermöglicht:

  • Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern
  • Vermeidung von Lock-in
  • volle Kontrolle über Daten, Betrieb und Weiterentwicklung
  • langfristige Handlungsfähigkeit

Diese Souveränität ist ein wesentlicher Bestandteil moderner IT-Sicherheit.

Fazit

Open Source ist nicht weniger sicher als Closed Source.
Durch Transparenz, Prüfbarkeit und Kontrolle bietet Open Source eine robuste Grundlage für sichere und zukunftsfähige IT-Lösungen.

Sicherheit entsteht nicht durch Geheimhaltung, sondern durch (Quell-)Offenheit, Verantwortung und sauberen Betrieb.

Open Source bedeutet:

  • keine Blackbox
  • keine blinden Abhängigkeiten
  • keine Sicherheitsversprechen ohne Nachweis

Sondern digitale Souveränität durch nachvollziehbare, sichere Technologie.

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